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Notfallsanitäter-Azubis bewerten bisherige Ausbildung positiv

Von links: Praxisanleiterin Lena Tritschler, Tim Pfeifle, Kathy Raible, Katja Schönleber, Lisa Fahrenbruch, Elena Fütterer und Luca Heinzelmann, Praxisanleiter Philipp Perrot

Im Oktober 2024 haben sieben junge Menschen ihre 3-jährige Notfallsanitäter-Ausbildung beim DRK- Kreisverband Freudenstadt begonnen. Jetzt gab es von Ihnen eine- durchaus positive- Zwischenbilanz.

Freudenstadt. Unmittelbar nach Beginn der Ausbildung vor gut anderthalb Jahren haben sich die Notfallsanitäter-Azubis in einem Interview über ihre Motivation für diese Ausbildung geäußert. Jetzt gab es einen Zwischenstand. Die gute Nachricht gleich vorab: alle von ihnen sind auch heute noch dabei und weiterhin sehr motiviert. Sechs von ihnen berichteten jetzt über die bisherigen Erfahrungen ( Anne Berner aus Tübingen war an diesem Tag aufgrund des Klinikpraktikums verhindert).

Katja Schönleber (20) aus Stuttgart hätte nicht unbedingt gedacht, dass man während der Ausbildung doch sehr viel Zeit auf der Schule und in der Klinik - und weniger auf der Wache und im Dienst selbst- verbringt. Die Theorie sei aber wichtig, um sich das nötige Wissen anzueignen. „Der Mensch ist einfach komplex.“ Sie selbst sei eher eine Praktikerin und würde  gerne nach der Ausbildung beim Kreisverband- und langfristig auch auf einer festen Wache- bleiben. Positiv bewertet Schönleber neben der eigentlichen Tätigkeit auch den Stellenwert, den die psychosoziale Nachsorge (PSNV) der Einsatzkräfte  mittlerweile in der Ausbildung einnimmt- auch wenn Sie selbst diese  noch nicht gebraucht habe. Längst nicht alle Einsätze seien dramatisch und oft gehe es dabei auch nicht um Leben und Tod. „Aber man freut sich immer wenn man nach Hause geht mit dem Gefühl, einem Menschen schnell genug geholfen zu haben.“  Gewalt bei Einsätzen habe sie persönlich noch nicht erfahren, man werde aber auch dafür sehr gut geschult.

Lisa Fahrenbruch (22) aus Freudenstadt bewertet den schulischen Part der Ausbildung in Villingen-Schwenningen- ursprünglich war Pfalzgrafenweiler vorgesehen- ausgesprochen positiv. Die Schule und die dort beschäftigten Lehrer seien sehr fortschrittlich und die Schulleitung handle sehr vorausschauend. Um die Auszubildenden werde sich stets gut gekümmert. Der Kreisverband bezahle in dieser Zeit auch die Unterkunft in einem Hotel, in dem sie sich wohl fühle. Freizeit und Lernzeit am Abend verbringe man oft gemeinsam. Sie selbst habe sich die Ausbildung  –„ein guter Ausgleich aus Praxis und Theorie, eben kein klassischer Bürojob“- auch so vorgestellt. Lobend erwähnt auch sie die Möglichkeiten der Krisenintervention und PSNV. „Es ist schön zu sehen, dass die Arbeitgeber auf ihre Mitarbeiter achten.“ Respekt habe sie vor dem Staatsexamen am Ende mit zehn Prüfungen. Nicht jeder schaffe das auf Anhieb. Fahrenbruch hofft  auf eine Festanstellung im Kreisverband Die Möglichkeit, sieben Tage durchzuarbeiten und dann sieben Tage frei zu haben, gebe es andernorts so nämlich nicht.

Elena Fütterer (22) aus Baden-Baden hätte aufgrund der Erfahrungen als Rettungssanitäterin in Baden-Baden gedacht, dass man während der Ausbildung noch häufiger auf Einsätzen unterwegs ist. In Baden-Baden dauerten Einsätze aufgrund der Nähe zur Klinik normalerweise auch deutlich kürzer als die Einsätze  hier mit teilweise  langen Transportwegen. Für das Lernen eigneten sich diese aber sehr gut. Sehr positiv überrascht habe sie die hervorragende Schule in Villingen -Schwenningen. „Das macht dort mega viel Spaß.“ Die Anforderungen seien hoch, sie selbst könne sich Dinge aber sehr gut erarbeiten. Praktische Bezüge brauche man trotzdem, um den Lernstoff auch richtig zu verinnerlichen und zu verstehen.  Zu kämpfen hat Fütterer manchmal mit den Gerüchen bei Einsätzen, weshalb sie selbst Vegetarierin geworden ist. Praxistage, bei denen man sich beispielsweise mit einer Schweineleber befasse, seien deshalb herausfordernd. Aufgrund ihres Wohnortes in Baden-Baden käme eine Springertätigkeit im hiesigen Kreisverband für Fütterer nach der Ausbildung nicht in Frage.

Luca Heinzelmann (23) aus Alpirsbach hat bereits als Rettungssanitäter gearbeitet und hatte deshalb konkrete Vorstellungen, die sich auch erfüllt haben. In der Tiefe und inhaltlich gehe diese Ausbildung aber schon deutlich tiefer als diejenige zum Rettungssanitäter. Mit belastenden Einsätzen, etwa bei Unfällen, könne er gut umgehen. Der deutlich weibliche Schwerpunkt in der Klasse mit nur drei männlichen Azubis bei 16 Frauen sei ebenfalls kein Problem. „Wir werden da gut integriert“, lacht er. Heinzelmann würde aufgrund der Heimatverbundenheit und der Verbundenheit zum Kreisverband gerne bleiben.  Es sei aber auch kein Geheimnis, dass er sich langfristig gerne weiterbilden und beispielsweise ein Studium der Medizinpädagogik absolvieren würde, um künftig  zu unterrichten.  „Früher wollte ich eigentlich Lehrer werden und bin durch das FSJ beim DRK davon abgekommen.“

Tim Pfeifle (22) aus Baiersbronn bewertet die immer größere Sicherheit, die ihm bei den Einsätzen aufgrund der jetzigen Ausbildung vermittelt wird, sehr positiv. Als Rettungssanitäter habe ihm diese Sicherheit manchmal gefehlt.  Die schulische Ausbildung helfe viel dabei, die Notfälle gut zu beherrschen. Die zunehmende Sicherheit sei bei ihm ein permanenter Prozess. Den Unterricht an der Schule bewertet Pfeifle als sehr abwechslungsreich. Er würde ebenfalls sehr gerne in Freudenstadt bleiben und  als Notfallsanitäter arbeiten, sich langfristig aber weiterbilden. Mit welchem Schwerpunkt, das werde er zu gegebenem Zeitpunkt entscheiden. Jetzt sei erst einmal wichtig, den Beruf auf sich wirken zu lassen und Erfahrungen zu sammeln.

Kathy Raible (22) aus Eutingen hatte zuvor den Beruf der medizinischen Fachangestellten bei einem Kinderarzt erlernt und war medizinisch deshalb ebenfalls nicht unbedarft.  Sie schätzt die Tage besonders, an denen viel los ist. Das sei sie von der Kinderarztpraxis so gewöhnt. Notfallmedizin sei ansonsten aber schon etwas völlig anderes als ihre bisherige Tätigkeit. Was man sich als Laie  vielleicht manchmal anders vorstelle, das sei die Art der Einsätze. Das seien nämlich bei weitem nicht immer solche, bei denen man mit Signal und hoher Geschwindigkeit zu furchtbar schlimmen Ereignissen fahre, sondern oft auch ganz normale Einsätze bei Menschen, die halt irgend ein Problem, auch psychisch, hätten. Manchmal müsse man deshalb auch einfach zuhören und mit Fingerspitzengefühl reagieren. Raible würde ebenfalls gerne beim Kreisverband- und das am liebsten auf einer Wache in der Nähe ihres Wohnortes- weiterarbeiten.